Museen stellen sich vermehrt auf die Bedürfnisse älterer und behinderter Museumsbesucher ein. Im Sinne der Inklusion tragen sie im wachsenden Maße dem bildungspolitischen und gesellschaftlichen Auftrag Rechnung. Neben gut erreichbaren Eingängen und Räumen gewinnt die komplett barrierefreie Museumsgestaltung an Bedeutung. Das stellt besondere Anforderungen an die zugängliche Gestaltung der Ausstellung und die begleitende Kommunikation. Menschen mit Behinderungen sollten ein Museum oder eine Ausstellung möglichst ohne fremde Hilfe besuchen können. Eine barrierefreie Website ist deshalb ein wichtiges Kommunikationsmedium, das viele Informationsbedürfnisse bereits im Vorfeld erfüllen kann. Dazu gehören eine gute Wegbeschreibung, Orientierungshilfen für das Auffinden von Exponaten oder Service für besondere Angebote wie spezielle Führungen oder Vorprogramme.
Eine Ausstellung ist immer Teil eines gesamten Museumsmanagements, um ein barrierefreies und besucherfreundliches Museum zu schaffen. Dazu gehören zudem guter Service und geschultes Personal, das mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen umgehen kann.
Universal Design – nützlich für alle
Einer barrierefreien Ausstellung sind mitunter kunstspezifische Grenzen gesetzt und nicht alle Wünsche können erfüllt werden. Doch zumindest der Kern kann mit Design für alle funktional, nutzerfreundlich und zugänglich werden. Mit Universal Design lassen sich viele kreative Angebote realisieren, die nachhaltig sind und Besucher mit und ohne Handicap zufriedenstellen.
Für Barrierefreiheit gelten im Allgemeinen folgende Faustregeln:
- „Zwei-Sinne-Prinzip“: Informationen sollten durch mindestens zwei der Sinne wahrgenommen werden können – Hören, Sehen, Fühlen.
- „Räder-Füße-Regel“: die Angebote sollten sowohl von Nutzern mit Rollstuhl, Rollator als auch von Fußgängern nutzbar sein.
- „Kiss-Regel“: Keep it Short and Simple – Informationen kurz und einfach halten.
Neben der Raumausstattung sollte die begleitende Kommunikation barrierearm bzw. barrierefrei angelegt werden. Für Menschen mit Sinneseinschränkungen müssen wichtige Informationen maschinenlesbar aufbereitet werden. Barrierefreie PDF-Formate auf einer barrierefreien Website können so mithilfe von Screenreadern vorgelesen und dank mobiler Endgeräte mit Spracherkennung empfangen werden.
Vor Ort hilft blinden Besuchern ein spezieller Guide mit Audiodeskription, der Texttafeln, Bildbeschreibungen und weitere Informationen akustisch vermittelt. Ein Museumsführer als Textversion in Brailleschrift ist ein weiterer Service. Gehörlose Menschen benötigen mitunter zusätzliche Texte mit einer anderen, spezifischen Grammatik und ergänzende Gebärden. Menschen mit kognitiven Behinderungen und Kinder freuen sich gleichermaßen über einfache Interaktionen oder begreifbare Exponate, die wiederum auch blinden und sehschwachen Besuchern zugutekommen.
Unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche
Es ist nicht immer einfach, alle Bedürfnisse für alle Formen der Behinderung gleichzeitig zu erfüllen. Das beginnt mit der Ausstattung der Räume: Absätze und Stufen sind für Rollstuhlfahrer ein Problem, sie bevorzugen ebene Flächen. Blinden und Sehbehinderten hingegen helfen Böden mit Struktur. Sie benötigen bestimmte Markierungen als Führung für ihren Blindenstab und sie möchten ertasten können, wo ein Weg oder Raum zu Ende ist. Beschriftungen in Stehhöhe können von RollifahrerInnen nicht gelesen werden. Texte in zu kleiner Schrift sind für Menschen mit Sehschwäche ein Problem. Es gilt also immer wieder abzuwägen, welcher Gruppe von Behinderten in welchem Zusammenhang mehr Beachtung geschenkt werden soll und welche Kombinationen im Zwei-Sinne-Prinzip angeboten werden können. Der Kompromiss besteht darin, bestimmte Bereiche für bestimmte Bedürfnisse zu gestalten und begleitende Medien zu schaffen, um allen einen lohnenden Besuch zu ermöglichen.
Unser interdisziplinäres Team verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Marketingberatung, Kommunikation, Design und Public Relations und begleitet Unternehmen vom Beginn bis zur Realisierung eines Projektes.
Unser Angebot
Projekt- und Konzeptentwicklung
- Wir erarbeiten Ausstellungskonzepte nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit und beziehen Universal Design und Service Design ein.
- Wir entwickeln Licht- und Farbkonzepte und beraten bei Ausstellungs- und Museumskonzepten.
- Wir entwickeln Leitfäden zur barrierefreien Gestaltung und schulen Architekten und Mitarbeiter.
Informations- und Wegeleitsysteme
- Wir erarbeiten Konzepte und Planungsunterlagen zur Installation und Anpassung von Informations- und Wegeleitsystemen für komplexe Gebäude und bauliche Anlagen im öffentlichen Raum, z. B. für Kultureinrichtungen und Museen, für den ÖPNV und andere Dienstleister.
- Wir übernehmen besondere Beschilderungen für Sicherheit und Brandschutz, bodennahe Leitsysteme, Fluchtwegkennzeichnung/-beschilderung (Konzipierung neuer/zusätzlicher und Anpassung/Ergänzung vorhandener Fluchtweghinweise)
- Wie fertigen Illustrationen, Karten, Bewegtbilder, Grundrisse und Lagepläne für Standortkonzepte, Inneneinrichtungen usw. an.
Kommunikiationsdesign
- Wir gestalten Ausstellungstafeln und -objekte auf Basis des Erscheinungsbildes unter Berücksichtigung von Corporate Identity und übriger Rahmenbedingungen.
- Wir gestalten prägnante Marken und entwickeln Designkonzepte für ein einheitliches Erscheinungsbild.
- Wir erarbeiten die wichtigsten Grundregeln für das Corporate Language in mündlicher und schriftlicher Ausdrucksform (Textbausteine, Arbeitsmaterialien, Formulare usw.)
- Wir übernehmen die Umsetzung, koordinieren Exponate und sorgen für interaktive Elemente oder Aktionsmöglichkeiten.
- Wir entwickeln aus Printprodukten interaktive Erlebnisse – Print to Web wie z. B. eine Broschüre mit übersichtlichen Informationen, die alle Angebote bündelt und per QR-Code mit der Website direkt auf barrierefreie PDF-Dateien vernetzt.
Zielgruppenorientierter Kommunikations-Mix
- Wir konzipieren die begleitende Öffentlichkeitsarbeit: Pressearbeit, Fachartikel, Online-PR, Multiplikatoren-PR, Bewegtbild-Kommunikation und Videos.
- Wir entwickeln Online-Strategien für das Direktmarketing und Networking zur Kundenbindung und -gewinnung.
- Wir verknüpfen die Online- und Offline-Kanäle und haben dabei das Nutzerverhalten der Zielgruppen im Blick.
- Wir konzipieren und entwickeln barrierefreie Medien und Maßnahmen für verschiedene Sinneseinschränkungen:
- Websites und barrierefreie PDF-Dateien
- Medien in leichter Sprache mit erklärenden Piktogrammen bzw. Illustrationen
- Erklärvideos und andere Bewegtbilder
- Audio-visuelle Medien, z. B. mit Audiodeskription oder Text- und Bildversionen für gehörlose Menschen.
Interessiert? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!
Ihre Ansprechpartnerin unseres Netzwerkes, Fr. Ursula Voßwinkel, nimmt Ihre Anfrage gerne entgegen.
